Bakkarat – Regeln

Der Banker passt bei 7 Punkten     

Blatt des Players
7,8,3

Blatt des Bankers
7,10

Der Banker passt bei 7 Punkten, egal. wie das Blatt des Players aussieht.
Der Player hat 5 Punkte ausgeteilt bekommen und muss ziehen. Seine dritte Karte bringt ihn auf 8 Punkte. Der Banker hat 7 Punkte und muss passen. Der Player gewinnt.
 
 
Der Player passt bei 6 oder 7 Punkten

Blatt des Players
3,4

Blatt des Bankers
2,J,6
                        
Wenn der Player nicht zieht, passt der Banker bei 6 oder 7 Punkten, muss aber bei 0, 1,2,3,4 oder 5 ziehen.
Der Player hat nach dem Austeilen 7 Punkte und passt. Der Banker hat nach dem Geben 2 Punkte und muss ziehen. Seine dritte Karte bringt ihn auf 8 Punkte. Der Banker gewinnt.


Der Banker hat nach dem Austeilen 0, 1 oder 2 Punkte

Blatt des Players
10,3,6

Blatt des Bankers
A,K,7

Hat der Banker 0, 1 oder 2 Punkte, muss er ziehen.
Der Player hat nach dem Austeilen 3 Punkte und muss ziehen. Seine dritte Karte bringt ihn auf 9 Punkte. Der Banker hat nach dem Austeilen 1 Punkt. Seine dritte Karte bringt ihn auf 8 Punkte. Der Player gewinnt.

Der Banker hat nach dem Austeilen 3 Punkte

Blatt des Players
10,2,8

Blatt des Bankers
3,Q

Hat der Banker 3 Punkte, muss er ziehen, wenn der Player 0, 1,2,3,4,5,6, 7 oder 9 Punkte zieht. Er muss passen, wenn dieser 8 zieht.
Der Player hat nach dem Geben 2 Punkte und muss ziehen. Die dritte Karte ist eine 8, damit steht er auf 0. Der Banker hat 3 Punkte nach dem Geben und muss passen. Der Banker gewinnt.

Der Banker hat nach dem Austeilen 4 Punkte

Blatt des Players
3,J,4

Blatt des Bankers
2,2,5

Hat der Banker nach dem Austeilen 4 Punkte, muss er ziehen, wenn der Player 2, 3, 4, 5, 6 oder 7 gezogen hat. Er muss passen, wenn der Player eine 0, 1,8 oder 9 zieht. Der Player hat nach dem Austeilen 3 Punkte und muss ziehen, Seine dritte Karte ist eine 4 und bringt ihn auf 7 Punkte. Der Banker hat 4 Punkte nach dem Austeilen und muss ziehen. Seine dritte Karte bringt ihn auf 9 Punkte. Der Banker gewinnt.

Der Banker hat nach dem Austeilen 5 Punkte

Blatt des Players
4,9,3

Blatt des Bankers
9,6
    
Hat der Banker 5 Punkte, muss er ziehen, wenn der Player eine 4,5,6 oder 7 gezogen hat. Zieht dieser eine 0,1,2,3,8 oder 9, muss er passen.
Der Player hat nach dem Austeilen 3 Punkte und muss ziehen. Seine dritte Karte ist eine 3 und bringt ihn auf 6 Punkte. Der Banker hat 5 Punkte und muss passen. Der Player gewinnt.
 

Der Banker hat nach dem Austeilen 6 Punkte

Blatt des Players
10,J,7

Blatt des Bankers
4,2,A

Hat der Banker nach dem Austeilen 6 Punkte, muss er ziehen, wenn der Player eine 6 oder 7 zieht. Er muss aber passen, wenn der Player eine 0, 1, 2,3,4,5,8 oder 9 zieht.
Der Player hat nach dem Austeilen ° Punkte und muss ziehen. Seine dritte Karte ist eine 7 und bringt ihn auf7 Punkte. Der Banker hat nach dem Austeilen 6 Punkte und muss ziehen. Seine dritte Karte bringt ihn auf 7 Punkte. Das Spiel endet unentschieden (en cartes).

Bakkarat – Tisch-Layout und Begriffe

Bakkarat wird an einem langen, stundenglasähnlichen Tisch gespielt. Er ist mit einem FriesGewebe bezogen, auf dem die sieben Wettfelder abgedruckt sind. In der Mitte der langen Tischseiten sind Einbuchtungen. Auf der einen Seite stehen zwei Dealer (Croupiers), ihnen gegenüber der Caller, ein Ansager. Jeder Dealer ist für seine Tischhälfte verantwortlich. Er sammelt die Chips (Jetons) und Wetteinsätze ein. Der Caller lenkt den Fortlauf des Spiels. Die Spieler setzen ihre Wetten auf die dafür vorgesehenen Wettflächen, also auf den Banker, den Spieler oder auf Unentschieden. Vor dem Dealer befinden sich Kästchen für die Kommissionschips, für jeden Mitspieler eins.

 
Begriffe:
 
Banker (Banquier): Der Spieler, der die Rolle des Bankers innehat und zwei Karten an sich und an den Player verteilt. Diese Rolle geht nach jedem Spiel nach rechts weiter.

Caller: Ein Mitglied des Kasinos, das die Ergebnisse der Blätter ansagt.

Dealer (Croupier): Ein Kasinoangestellter, der die Chips (Jetons) einsammelt und die Gewinne an die Spieler auszahlt.

Natural (Naturei): Ein Wert von 8 oder 9.

Player: Der Spieler, der das erste Blatt aufdeckt – normalerweise der, der den höchsten Einsatz auf den Player tätigt.

Point (Point): Der Wert der ersten beiden Karten – ergibt entweder 9 oder weniger.

Bakkarat – Das Natural und Dritte-Karte-Regeln

Das Natural
Ziel jeder Runde ist es, so nah wie möglich an den Wert 9 heranzukommen. Geschieht das schon mit den ersten beiden Karten, hat man ein "Natural" (Naturei). Auch wenn nur ein Teilnehmer ein Natural hat, hören beide auf, weitere Karten zu ziehen. Die einzige Zahl, die ein Natural 8 schlagen kann, ist natürlich ein Natural9. Hat ein Teilnehmer ein Natural, gewinnt er. Haben beide eins, gewinnt das höhere Natural. Haben beide ein gleichwertiges, ist Gleichstand. Spieler, die auf beide Blätter gesetzt haben, bekommen ihre Einsätze zurück.

K,8
Das Blatt des Spielers: ein Natural 8. Ein Natural 9 schlägt ein Natural 8. Hier gewinnt der Banker.

4,5
Das Blatt des Bankers – ein Natural 9.
 

Dritte-Karte-Regeln
Hat keiner der beiden ein Natural, gelten folgende Regeln:
Hat der Player mit seinen beiden Karten
• 0,1,2,3,4 oder 5 Punkte, legt er seine beiden Karten verdeckt auf den Tisch und bittet mit "Eine Karte, bitte" (carte, s’il vous plait) um eine weitere offene Karte.
• 6 oder 7 Punkte, legt er seine beiden Karten verdeckt übereinander auf den Tisch, sagt "Nein, mein Herr" (Non, Monsieur) oder "Bleibe" (reste) und zeigt damit an, dass er keine weitere Karte möchte.
• Beim Natural sagt er "acht" (huit) oder "neun" (neufj, bzw. "das Kleine" (la petite) oder "das Große" (la grande). Der Banker deckt auch auf, aber es werden keine Drittkarten gezogen.

Das Spiel geht an den Banker, der, je nach Karten des Players, strengen Regeln (tableau de tirage) folgen muss. Manchmal muss er eine dritte Karte ziehen, selbst wenn sein Anfangsblatt das des Players schlagen würde. Das weiß er natürlich erst, wenn der Player sein Blatt aufdeckt.

Bakkarat – Das Mischen und das Austeilen

Das Mischen
In den meisten Kasinos werden für das Bakkarat-Spiel sechs bis acht Kartenspiele vom Dealer gemischt und dann zu einem Stapel (taille) geschichtet. Zum Abheben (coupieren) steckt der Spieler zur Linken des Dealers eine beidseitig rote Karte (carte de coupe) an der Stelle in den Stapel, wo er abgehoben haben möchte. Das Abheben geschieht durch den Dealer. Er steckt eine weitere Karte (carte d’arret) vor die siebtletzte Karte und legt die Karten in den "Shoe", den Kartenschlitten (sabot). Erscheint später diese neutrale Karte, ist das Spiel (coup) beendet, die Blätter der Spieler werden aufgedeckt. Nach dem erneuten Mischen wird die oberste Karte umgedreht. Die Augenzahl dieser Karte bestimmt, wie viele Karten entfernt werden. Der englische Begriff dafür heißt burn.
 

Das Austeilen
Bakkarat ist eines der wenigen Spiele im Kasino, bei dem die Karten von einem Spieler ausgeteilt werden. Der Spieler auf Position 1 übernimmt als Erster den Shoe und damit auch die Rolle des Bankers, Diese Rolle hat er so lange, bis sein Blatt verliert oder er aus dem Spiel aussteigen will. Dann gibt er sie nach rechts weiter. Kein Spieler ist verpflichtet, die Rolle zu übernehmen. Der Banker kann auf beide Blätter setzen, muss aber einen Mindesteinsatz geben, bevor er die Rolle übernimmt.

Hat er die Rolle akzeptiert und sind alle Einsätze getätigt, teilt der Banker verdeckt die Karten aus: Die erste geht an den (aller, dann an ihn selbst, dann bekommt jeder noch einmal je eine Karte. Die Karten des Bankers werden unter eine Ecke des Shoes gesteckt. Der (aller gibt seine Karten an den Spieler, der die höchste Wette auf den Spieler gesetzt hat und der damit die Rolle des "Players" übernimmt. Hat keiner auf den Spieler gesetzt, wird der (aller zum Player. Nach dem Austeilen und eventuellem Ziehen weiterer Karten deckt der Player sein Blatt auf, gefolgt von dem Banker.

Bakkarat

Bakkarat ist ein Spiel aus der Alten Welt, voller Eleganz und Raffinesse und seit mehr als vier Jahrhunderten der Liebling der Königshäuser, des Adels und reicher Industrieller. Schon immer verbindet man mit dem Namen hohe Einsatzstapel und Exklusivität. Selbst in den heutigen Kasinos wird dieses Ambiente noch aufrechterhalten: Die Räume sind fern vom Trubel der Haupthalle und edel gestaltet. An den Bakkarat-Tischen erscheinen die männlichen Croupiers im Smoking, die weiblichen im Abendkleid.
 
Der Name Bakkarat kommt aus dem Altitalienischen und ist das Wort für "null", denn die Bildkarten und die Zehn zählen in diesem Spiel lediglich null. Es soll schon im Mittelalter in Italien mit Tarot-Karten gespielt worden sein. Unter Karl VIII. wurde es auch in Frankreich immer beliebter, gelangte nach dem Ersten Weltkrieg nach Südamerika und wird dort als "punto banco" (wörtlich: Spieler Banker) gespielt. Von dort kam es nach Nordamerika und eroberte schließlich die ganze Welt. In den meisten europäischen Kasinos werden französische Begriffe für die Positionen, Gegenstände und Handlungen verwendet, deshalb werden diese Begriffe im Text in Klammern zu finden sein. Bei Online-Spielen setzen sich die englischen Bezeichnungen immer mehr durch und werden deshalb auch hier im Text verwendet.


Die Grundlagen

Beim Bakkarat spielen zwei Spieler gegeneinander: der Banker und der Spieler. Die Rolle des Bankers wird nach jedem Spiel an den Spieler zur Rechten weitergegeben. Den beiden Spielern werden abwechselnd je zwei Karten ausgegeben. Ziel des Spiels ist es, mit diesen beiden Karten so nahe wie möglich an eine Summe, "point" genannt, von 9 Punkten heranzukommen. Die anderen Spieler wetten vor jeder Kartenausgabe, ob dies dem Banker oder dem Spieler gelingt oder ob die beiden ein Unentschieden, also beide die gleiche Punktzahl haben werden. Obwohl das Spiel unter verschiedenen Namen und mit leichten Variationen auf der ganzen Welt gespielt wird, sind die Grundregeln und die Rangordnung der Karten gleich.

Texas Hold’em – All-In vor dem Flop

Immer wieder kommt es beim No-Limit Texas Hold’em zu der Situation, dass ein Spieler bereits vor dem Flop all seine Chips in die Mitte des Tisches schiebt. Sei es, weil er ohnehin nur noch wenige Chips hat und nicht mehr viel machen kann oder weil die Blinds so hoch sind, dass er allein durch das Setzen der Small- oder Big-Blind bereits pleite ist. Oft geschehen solche All-In Moves auch ohne Not, und ein Spieler möchte ganz einfach die Blinds oder das Geld, das sich bislang im PreFlop-Pot durch Limpen, Erhöhen und Mitgehen angesammelt hat, einstreichen.

Aber Achtung! Seien Sie vorsichtig mit solchen All-In Moves. Wenn Sie noch viele Chips Übrig und eine gute Hand haben, zum Beispiel KK, dann sollten Sie es sich lieber zweimal Überlegen, All-In zu gehen. Sie wollen schließlich mit Ihrer Hand viel Geld machen. Eine All-ln-Wette verscheucht die anderen Spieler nur, und Sie haben mit Ihrer Top-Hand im Zweifel nur die Blinds abgeräumt. Durch ein All-In kann man so eine Bombenhand in eine mittelprächtige bis schlechte Hand verwandeln. Zudem sind auch Top-Hände wie AA oder KK kein Garant dafÜr, dass man am Ende gewinnt.

Ich musste leider bereits selbst diese Erfahrung machen. Ich war damals noch ziemlich unerfahren und hatte in einem Turnier zweimal hintereinander AA bekommen. Was fÜr ein Wahnsinn! Beim ersten Mal bin ich All-ln gegangen, und alle Spieler am Tisch sind ausgestiegen. Toll, das hätte ich theoretisch auch mit 72-offsuit machen können. Ich hätte lieber behutsam vorgehen und zweimal die Big-Blind setzen sollen. Na ja, was soll’s, es ist halt passiert, und ich habe immerhin nichts verloren. Nur leider auch nur wenig gewonnen.

Direkt danach habe ich wieder AA bekommen! Ich bin noch einmal All-In gegangen. Ein anderer Spieler ist mitgegangen. Als wir die Karten aufgedeckt haben, war meine Freude groß:
Er hatte nur A7-offsuit. Ich war also sicher, mich in dieser frühen Phase des Turniers zu verdoppeln, und sagte noch selbstgefällig zu dem anderen Spieler: »Tja, auch ein guter Call will gelernt sein.« Der Flop kommt – K77 -, und er trifft einen Drilling mit seiner Sieben. Weder Turn noch River bescherten mir das dritte Ass. Ich war fertig und saß wie vom Blitz getroffen auf meinem Stuhl. Das Turnier war nach zehn Minuten für mich vorbei, und mit weißem Gesicht verließ ich den Raum, ohne ein Wort zu sagen. AA kann ein Fluch sein. Zweimal AA hintereinander ist schicksalhaft. Ich habe jedenfalls daraus gelernt: Auch AA kann geknackt werden. Das hat mir Respekt beigebracht.

Wenn man mit einem All-In vor dem Flop bezwecken will, dass die Gegner aussteigen, muss man ebenfalls aufpassen. Nehmen wir an, Sie haben eine mittelgute Hand wie TT und denken, dass diese Hand jetzt noch gut sei, aber nach dem Flop wahrscheinlich geschlagen sein wird. Sie wollen schon Pre-Flop-Spieler eliminieren. Wenn Sie jetzt All-in gehen, besteht die Gefahr, dass ein anderer Spieler eine Monsterstarthand wie AA, KK oder AKs hat und Sie durch einen Callum all Ihre Chips bringt. In meinem Beispiel von oben hatte mein Gegner einfach GlÜck, dass der Flop seine Hand entscheidend verbessert hat. Im Normalfall sind aber A7 oder TT hoffnungslose Verlierer gegen Monsterstarthände der ersten Gruppe.

Pre-Flop-Deception-Play Bluffen, Slow-Play und Change Gears vor dem Flop

Zunächst einmal sollte klar sein, dass Sie Ihr Spiel vor dem Flop abwechslungsreich und undurchschaubar für die anderen gestalten müssen. Gerade Pre-Flop spielen viele Spieler einfallslos, und man kann sie sehr leicht lesen. Man weiß zum Beispiel genau, dass sie eine Starthand der Gruppe 1 oder 2 haben, wenn sie aus früher Position heraus vor dem Flop erhöhen, und kann in der ersten und allen darauffolgenden Wettrunden sein Spiel darauf einstellen. Bitte variieren Sie Ihr PreFlop-Spiel, ohne jedoch unvernünftig zu sein.

Je weniger Spieler am Tisch sitzen, desto eher kann man vom traditionellen Pre-Flop-Schema abweichen. Wenn der Tisch voll ist, dann haben Sie weniger Spielraum, da zehn Starthände und somit 20 von 52 Karten ausgegeben sind. Die Bandbreite der Hände wird einfach größer, und das Spiel läuft eher schematisch ab. Bei wenigen Mitspielern kann es oft sein, dass niemand eine spiel bare Hand hat oder alle eine spielbare Hand haben. Dann verläuft das Pre-Flop-Spiel gerade im No-Limit oft sehr undogmatisch. Je mehr Spieler, desto größer ist die Bandbreite der ausgegebenen Starthände, und man sollte eher diszipliniert sein.

Slow-Play vor dem Flop
Slow-Play – mit einer starken Hand Schwäche zu simulierenspielt vor dem Flop eine viel geringere Rolle als nach dem Flop. Warum das so ist, leuchtet eigentlich direkt ein. Man braucht für ein erfolgreiches Slow-Play natürlich Karten, die so gut sind, dass man sich nahezu sicher sein kann, damit am Ende zu gewinnen. Pre-Flop kennt man die fünf Gemeinschaftskarten, die alle Spieler benutzen können, noch nicht. Man kann sich also selbst mit Assen oder Königen nicht völlig sicher sein, am Ende noch zu gewinnen. Das gilt noch viel mehr für Starthände der niedrigeren Gruppen, zum Beispiel ATs. Wenn ich mit einer solchen Hand in guter Position nur mitgehe, dann ist das weniger Slow-Play als vielmehr ChangeGears, also eine Technik, die darauf abzielt, sein eigenes Betting-Pattern zu verschleiern.

Kandidaten für Pre-Flop-Slow-Play sind AA, KK und in einigen Ausnahmefällen auch QQ. Das sind Made- Hands, die eine relativ hohe, endgültige Gewinnchance haben. Keinesfalls sollte man mit AK oder ähnlichen Karten, die noch Verbesserung brauchen, an Slow-Playvor dem Flop denken. Hier wllte man erhöhen, um zu verhindern, dass schwächere Hände sich noch verbessern und AK schlagen. Welche Bedingungen sollten erfüllt sein, um vor dem Flop ein Slow-Play zu wagen?

• Der Tisch muss aggressiv sein. Ihre vorgetäuschte Schwäche muss Aggression auslösen, die Sie dann ausnutzen. Darum geht es beim Slow- Play. Den Gegner dazu zu bringen, den Fehler zu machen, sich mit der schwächeren Hand zu weit aus dem Fenster zu lehnen.
• Der Tisch sollte relativ voll sein, und Sie sollten sich in früher Position befinden, damit die Chance besteht, dass nach Ihrem vermeintlich schwachen Mitgehen hinter Ihnen Action entsteht. Wenn vor Ihnen schon mehrere Spieler mitgegangen sind oder gar erhöht haben, dann sollten Sie mit einer guten Hand einfach kräftig erhöhen, um die lästigen Gegner mit ihren potenziellen Draw-Hands frühzeitig loszuwerden.
• Denken Sie stets an die möglichen negativen Folgen, die Slow-Play nach sich ziehen kann: Man kann mit seiner Bombenhand nur einen relativ kleinen Pot gewinnen, wenn die Gegner auf das Slow-Play nicht einsteigen und nicht wetten oder erhöhen. Zum anderen lässt man die Gegner zu billig den Flop sehen und erlaubt Ihnen dadurch, sich möglicherweise entscheidend zu verbessern. Das ist auch der Grund, warum man beim Slow- Play grundsätzlich eine wirklich sehr starke Hand wie AA, KK oder QQ braucht. Denken Sie daran: Im Texas Hold’ em ist keine Starthand wirklich kugelsicher.

 
Bluffen vor dem Flop
Beim Bluffen in der ersten Wettrunde geht es genau wie beim Bluffen allgemein darum, mit einer schlechten Hand und einer relativ hohen Wette Gegner mit besseren Händen zu vertreiben, um den Pot zu gewinnen. Pre-Flop dient der Bluff aber nicht nur diesem Ziel. Ein netter Nebeneffekt ist, dass unser Spiel für die Gegner undurchschaubar wird. Was sind also die Idealbedingungen für einen Bluff?

• Bluffen Sie Gegner, die sehr tight und ängstlich spielen.
Diese Gegner sind ideal, denn sie fühlen sich generell besser, wenn sie eine Hand wegwerfen. Für diese Spieler ist das Glas immer halbleer statt halbvoll, und sie suchen stets nach einem Grund, sich von ihrer Hand zu trennen. Geben Sie diesen mutlosen Spielern einen Grund dazu, indem Sie eine knackige Erhöhung machen, zum Beispiel dreimal die Big-Blind. Sie tun ihnen damit einen Gefallen. Bluffen Sie aber bitte keine Loose-Players, die ohnehin mit jedem schlechten Blatt mitgehen. Gerade Anfänger sind sehr schwer zu bluffen.
• Zum Bluffen sollten Sie wenige Gegner vor sich haben und eine gute Position. Ansonsten ist die Wahrscheinlichkeit zu groß, dass man auf eine gute Hand trifft, die den Bluff zunichte macht. Es gehört zu den typischen Anfängerfehlern, Pre-Flop in einen vollen Tisch hineinzubluffen. Auf diese Weise wird man sein Geld schneller los, als man es eingetauscht hat. In schlechter Position kommen einf.-lch zu viele unbekannte Variablen, sprich Spieler, in die Gleichung. Hinter mir können versteckte Monsterh~inde sitzen, die nur darauf warten, dass ein Spieler blufft, und dann genÜsslich mitgehen oder erhöhen.
• Meine Gegner sollten weder sehr viele noch sehr wenige Chips übrig haben. Die Gefahr bei demjenigen mit wenig Chips ist, dass er verzweifelt ist und aus diesem Grund einen All-In Move machen könnte und so unseren Bluff ruiniert. Der Gegner mit vielen Chips kann es sich erlauben, einfach mitzugehen und zu schauen, was man so macht, wenn er einen Verdacht hat. Er kann leicht den Sheriff spielen. Ideal ist also ein Gegner mit einem mittelgroßen Stack. Ein solcher hat meistens Angst, dass aus seinem mittleren Stack ein kleiner Stack wird, und neigt im Zweifel eher dazu, seine Hand wegzuwerfen, als dieses Risiko einzugehen.
• Pre-Flop zu bluffen bedeutet in vielen Fällen, dass man die Blinds klaut. Vor allem als Big-Blind sollte man immer an einen Bluff denken, wenn alle außer der Small-Blind rausgegangen sind. Die Small-Blind ist häufig nur mitgegangen, weil es für sie nur die Hälfte gekostet hat, und man hat zusärzlich Position auf sie.
• Ein Nachteil und ein Vorteil zugleich beim Bluffen vor dem Flop ist, dass noch kein Board da ist, das es erlaubt, bestimmte Hände durch eine hohe Wette zu repräsentieren. Sie bluffen also mehr oder weniger im Dunkeln. Die psychologische Komponente vor dem Flop ist anders: Das Opfer, das geblufFt wird, kennt nur zwei von sieben Karten seiner Hand. Es wird sich daher auch überlegen, wie es sich in den drei noch folgenden Wettrunden gegen Sie schlagen wird. Wenn Sie das Image haben, ein guter Spieler zu sein, werden die Spieler in der Regel eher aufgeben. Umgekehrt werden Sie oft ungewollte Calls bekommen, wenn Sie als weniger guter Spieler bekannt sind.

Im Ergebnis spielt also Bluffen vor dem Flop gerade bei wenigen Spielern und in guter Position eine sehr große Rolle, während es an einem vollen Tisch, an dem rpeist gute Hände unterwegs sind, eher unbedeutend ist. Slow-Play ist ebenfalls wichtiger bei wenigen Spielern. Hier ist die Wahrscheinlichkeit, am Ende geschlagen zu werden, weil man zu billig Gemeinschaftskarten verteilt, geringer. Zum Ende noch einige Beispiele zum besseren Verständnis:

Beispiel1: Sie haben
2(D)iamonds, 9(H)earts

 
Sie sind die Big-Blind. Die Blinds sind relativ hoch, 5 €/IO €, und alle Spieler außer der Small-Blind, die Ihnen als relativ loose bekannt ist, sind ausgestiegen. Sie sind jetzt an der Reihe und können von Ihrem Recht, noch mal zu erhöhen, Gebrauch machen. Was tun Sie?
Sie haben keine Hand. Was Sie haben, ist Schrott. Ihre einzige Chance, den Pot zu gewinnen, ist höchstwahrscheinlich jetzt. Sie sollten daher erhöhen und versuchen, die Small-Blind herauszubluffen. Da Ihnen die Small-Blind als relativ loose bekannt ist, hat er wahrscheinlich keine gute Hand. Es bedeutet aber auch, dass er Ihren Bluff tendenziell eher mitgeht. Daher sollten Sie hoch wetten. Am besten mindestens 20 €, ansonsten besteht die Gefahr, dass er mitgeht.

Beispiel2: Sie haben
A(D), A(C)lubs

Sie spielen mit nur vier Spielern, die eher tight sind, und Sie sitzen direkt hinter der Big-Blind. Sie sind als Erster an der Reihe, also under the gun. Was tun Sie?
Zwei Asse bekommt man nur in einer von zweihundertzwanzig Händen, und Sie freuen sich zu Recht. Sollten Sie die Asse jetzt aus schlechter Position erhöhen, besteht die Gefahr, dass alle Spieler aufgeben, wenn ihr Table- Image eher tight ist. Hier ist eine der wenigen Situatinen gegeben, in denen Slow-Play vor dem Flop angebracht ist. Bei nur vier Spielern ist die Chance relativ gering, dass Ihre Asse am Ende geschlagen werden. Sie sollten also nur mitgehen und hoffen, dass Sie Action von einem anderen Spieler bekommen. Das gilt natürlich nur, weil Sie den Tisch als tight einstufen. Ansonsten wäre hier eine I Erhöhung angesagt.

Beispiel3: Sie haben
7(H), 2(C)

Sie sind in einem Spiel mit neun Spielern und sitzen auf dem Button. Vor Ihnen sind drei Spieler ausgestiegen und drei haben gelimpt. Die Blinds sind 2 €/4 €. Sie sind nun an der Reihe. Was tun Sie?
Erst einmal herzlichen GlÜckwunsch zur schlechtesten Hand im Texas Hold’ em, auch Beer-Hand genannt. Sie ist niedrig, man kann nicht beide Karten fÜr eine Straße verwenden, und die Flush-Chancen sind schlecht. Die Frage ist also eigentlich nur, ob Sie bluffen oder aus teigen sollen. Sie haben die beste Position, den Button. Dennoch sollten Sie hier nicht bluffen. Es sind noch zu viele Spieler Übrig. Nach Ihrer Bluff-Wette müssen sich fÜnf Spieler entscheiden, ob sie mitgehen oder nicht. Wenn ein Spieler mitgeht, sehen Sie mit 72-offmit schlecht aus.

Ass-König – Eine Starthand der besonderen Art

Was ist nur das Problem mit AK? Einige Spieler schwören auf diese Starthand, andere Spieler verfluchen sie. Einen Spruch hört man derzeit des Öfteren in Deutschland: »AK – Anna Kournikova – sieht gut aus, verliert aber meistens.« Abgesehen davon, dass mich persönlich dieser Spruch mittlerweile ein wenig nervt, scheint eine dunkle Wolke über AK zu schweben. Viele Spieler verlieren mit AK eine Menge Geld. Das muss aber nicht sein, wenn man sich nur ein paar Dinge über AK klarmacht.

AK rangiert unter den Starthänden ganz oben. Wenn die Hand suited ist, finden wir sie in der ersten Gruppe wieder, wenn sie unsuited ist, so finden wir sie immerhin noch in der zweiten Starthandgruppe.

Das Problem mit AK ist aber, dass es keine Made-Hand ist. Es ist eine Starthand, die sich unbedingt noch durch die Gemeinschaftskarten verbessern muss. AK ohne Verbesserung verliert meistens den Pot, wenn viele Spieler am Tisch sitzen. Gegen ein Paar als Starthand ist AK im Nachteil: Selbst ein kleines Paar auf der Hand, wie zum Beispiel 22, gewinnt am Ende gegen AK in knapp über 50% der Fälle. AA und KK besiegen AK in ungefähr 70% der Fälle. Wenn man allerdings den König oder das Ass mit den Gemeinschaftskarten trifft, dann hat man meist Top-Pair und einen hohen Kicker. Wenn ein anderer Spieler ohne Packet-Pair nichts trifft, dann hat man mit AK eine hohe Gewinnchance, da man meist die höchste und zweithöchste High-Card hat. Das ist auch der Grund, warum AK trotz seines zweifelhaften Rufes in den Starthandgruppen ganz weit oben rangiert.

Wie spielt man also AK?
• In früher, also schlechter Position sollte man mit AK vorsichtig sein. Wenn man erhöht, besteht die Möglichkeit, dass Spieler mitgehen oder erhöhen, die Pocket-Pairs haben. Man muss auch beachten, dass man in allen darauffolgenden Wettrunden die schlechtere Position gegenüber diesen Spielern hat. Wenn der Flop einen nicht trifft, dann kann es sehr gefährlich sein, aus schlechter Position heraus zu bluffen.

• In guter Position sollte man mit AK ruhig spielen, dass heißt in dem Fall raisen oder re-raisen. Man hat hier einen klaren Positionsvorteilund kann kleinere Paare unter Umständen schon Pre-Flop aus dem Pot jagen. Das relativ komplizierte Spiel mit AK nach dem Flop lässt sich aus der guten Position heraus viel besser in den Griff bekommen. Wenn der Flop Sie nicht trifft, dann bluffen Sie aus der guten Position heraus. Wenn Sie allerdings von einem anderen Spieler daraufhin erhöht werden, dann sollten Sie in der Regel aufgeben, da höchstwahrscheinlich eine bessere Hand unterwegs ist.

• Merken Sie sich, dass AK eine sehr starke Hand ist, die aber nach dem Flop sehr an Wert verlieren kann. Gerade Anfänger können AK nicht loslassen und verlieren dadurch sehr viel Geld. Machen Sie diesen Fehler nicht! Verteidigen Sie die Hand vor dem Flop durch Erhöhen, aber investieren Sie vor dem Flop auch nicht zu viele Chips. Seien Sie bereit, die Hand auf dem Flop loszulassen, wenn sie nicht trifft und Sie bei den Gegnern stärkere Hände vermuten. Denken Sie an die Gefahren, die mit AK verbunden sind, vor allem, wenn Sie beim Gegner ein Pocket-Pair vermuten.

High Roller Kasino und Poker

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